Füh­ren heißt ent­schei­den

1024 512 S+P LION SP-ACE

Am Hö­he­punkt der Co­ro­na-Kri­se frag­te sich so man­cher Bür­ger, wer in un­se­rer Re­pu­blik ei­gent­lich Ent­schei­dun­gen trifft: Die Vi­ro­lo­gen oder die Re­gie­ren­den der Län­der und des Bun­des? Die Ant­wort auf die Fra­ge ist ver­meint­lich klar. Die Vi­ro­lo­gen sind die Ex­per­ten, wel­che die Sach­la­ge ana­ly­sie­ren, be­wer­ten und schließ­lich Hand­lungs­emp­feh­lun­gen ab­ge­ben. Die Re­gie­rung hin­ge­gen hat das Man­dat, die­se Hand­lungs­emp­feh­lun­gen un­ter an­de­ren Ge­sichts­punk­ten, zum Bei­spiel so­zia­len und wirt­schaft­li­chen, ab­zu­wä­gen, und dar­auf ba­sie­rend Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Pha­sen­wei­se je­doch hat­te man in den letz­ten Mo­na­ten den Ein­druck, dass nicht Po­li­ti­ker, son­dern in­di­rekt om­ni­prä­sen­te Vi­ro­lo­gen über den Lock-Down und da­mit ein­her­ge­hen­de Maß­nah­men ent­schie­den ha­ben. Ähn­lich ver­hält es sich in zahl­rei­chen Un­ter­neh­men: Be­ra­ter ana­ly­sie­ren als be­auf­trag­te Ex­per­ten Pro­zes­se, Struk­tu­ren, etc., be­wer­ten Po­ten­tia­le und lei­ten Hand­lungs­emp­feh­lun­gen ab. Wenn sie es rich­tig ma­chen, bin­den sie von Be­ginn an die Be­trof­fe­nen mit ein. Doch wer trifft in zu­neh­men­dem Maße, auch nach gu­ter Vor­ar­beit, kei­ne Ent­schei­dung? Das Ma­nage­ment. Die Ur­sa­chen mö­gen viel­schich­tig sein. Man­gelt es ei­ner­seits am Ver­ständ­nis über Ent­schei­dungs­pro­zes­se, feh­len in an­de­ren Si­tua­tio­nen Er­fah­rung und Mut, die mit der Ent­schei­dung ein­her­ge­hen­de Ver­ant­wor­tung zu tra­gen. Da­bei ist das Ent­schei­den eine ele­men­ta­re Auf­ga­be von Un­ter­neh­mens­füh­rung. Nur bit­te in agi­le­ren Struk­tu­ren nicht wei­ter auf der Arbeits‑, son­dern der ei­gent­li­chen Füh­rungs­ebe­ne.